Einblicke in die Welt der Grafikdruckerin und Illustratorin Rosanna Morris

Ein Matona Interview
Linolschnitt trifft auf zeitgenössische Illustration – mit ihren Werken spannt Rosanna Morris einen Bogen zwischen zwei völlig unterschiedlichen Techniken und kreiert so einzigartige und markante Kunstwerke. Ihre Liebe zu Relief entdeckte die britische Illustratorin und Druckgrafikerin während ihres Studiums in Bristol. In den 10 Jahren als selbstständige Künstlerin sind es vor allem Motive inspiriert von menschlichem Kontakt, der Landwirtschaft und Natur die sich immer wieder in ihren Werken spiegeln. Ihr Beitrag zur Matona Art Edition ist ihr Werk „Bunch of Blooms“, geschnitzt aus wiedergewonnenem Linoleum und gedruckt mit blauer Farbe. 

1. Wer und was waren deine Einflüsse bei der Entwicklung deines eigenen Stils?

Mexikanische Druckgrafiker und Kunstwerke aus der Zeit der Mexikanischen Revolution haben mich und meine Arbeit sehr beeinflusst. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dort riesige Ateliers voller großartiger Künstler und es hat mich schon immer fasziniert Kunst als Sprachrohr für Ideen und Veränderung zu sehen. 

2. Was ist eine neue Idee an der du zuletzt gearbeitet hast?

Aktuell arbeite ich an Kunstwerken die Freude und Hoffnung wecken und zugleich den Stellenwert der Verbindung zwischen den Menschen, ihrer Umwelt und des Nahrungsmittelsystems hervorheben. 

3. Glaubst du Gemeinschaft ist wichtig für Kreativität? Wenn ja, warum? 

Ich glaube Gemeinschaft ist unverzichtbar. Vor fünf Jahren habe ich ein Gemeinschaftsatelier für Druckgrafiker gegründet, welches sich dafür anbietet. Als Künstler sind wir häufig lange Zeit alleine mit unseren Ideen und Kreationen. Oftmals ist das nötig, aber ohne anderen Input stagniert man – eine ungute Situation für einen Künstler. Ich bin dankbar für all die Druckgrafikerinnnen und Kreativen in meinem Umfeld und für die Möglichkeit mich an andere wenden zu können wenn ich will. 

4. Du bist seit über 10 Jahren selbstständige Künstlerin. Was hat sich über die Jahre geändert – sowohl in der Kunstindustrie als auch in deinem Leben?

Ich denke ich hatte Glück mich selbstständig gemacht zu haben, gerade zu dem Zeitpunkt als die Technologie in die Kunstszene Einzug gefunden hat. Wir sind nicht mehr länger abhängig von Galerien oder Kunstvermittlern um unsere Kunst raus in die Welt zu tragen und gesehen zu werden. Meiner Meinung nach führte das zu einer Veränderung wie Künstler arbeiten und arbeiten werden. Wir haben jetzt die gesamte Welt direkt vor uns. Es liegt nur noch an uns es dorthin zu bringen. 

5. Gab es jemals einen Moment an dem du deine Karriere komplett in Frage gestellt hast?

Oh ja, gerade in meinen Anfängen. Immer wieder wollte ich aufhören, glaubte niemals, dass ich das was ich jetzt tue Vollzeit machen und trotzdem meine Rechnungen zahlen kann. Ich hatte keinen Glauben in meine Arbeit oder an mich selbst. Zu meinem Glück hat sich mein Partner meiner Arbeit verschrieben und hat sich geweigert, dass ich aufgebe. Ohne ihn würde ich jetzt sehr wahrscheinlich einfach in einem Cafe arbeiten. 

6. Was ist dein Arbeitsablauf wenn du ein Kunstwerk entwirfst? 

Den Anfang machen eine Menge an gekritzelten Skizzen in meinem Skizzenbuch. Es ist kein hübscher Anblick wie viele der Instagram Skizzenbücher die man sieht. Es ist ein wahres Gekritzel an Ideen. Die Ideen werden immer wieder rausgeholt und wieder verstaut,  aus meinen Notizen, Ordnern und gesammelten Postkarten, bis ich irgendwann mit Tinte einen finalen Entwurf aufzeichne.  Sobald ich glücklich bin (und das kann viele Wiederholungen dauern) übertrage ich das Bild auf Linoleum oder Holz und fange an zu schnitzen. Ich liebe diesen Teil des Prozesses, es ist meditativ und beruhigend und oft verändert es das Bild erneut in ein komplett anderes Kunstwerk und meist in ein besseres.

7. Was soll deine Kunst deinem Publikum sagen? 

Hoffentlich sagt sie etwas über die Schönheit der Welt und über die Bedeutung von Einfachheit und Verbundenheit. 

8. Was möchtest du, dass Leute die dieses Interview lesen, mitnehmen? 

Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber ich würde sagen: Gebt euren Traum nicht auf, egal wie weit weg er erscheint. Ein Schritt nach dem anderen, jeden Tag in die richtige Richtung und bevor du dich versiehst bist du dort, lebst deine Ideen von denen du in der Vergangenheit nur geträumt hast. 

Danke für dieses spannende Interview!

Wenn ihr noch mehr sehen wollt, schaut doch auf dem Instagram Profil @rosannaprints vorbei, oder auch auf der Homepage rosannamorris.com .