Einblicke in die Welt von Illustratorin Sathya Ranjana

Ein Matona Interview
Wir freuen uns SO sehr dieses Interview mit der talentierten Illustratorin Sathya Ranjana mit euch zu teilen. Sie hat für uns eine wunderschöne Karte gestaltet, die in limitierter Auflage gedruckt wurde und eine Zeit lang allen Bestellungen beigelegt wird. Danke Sathya!

1. Vielleicht kannst du ganz kurz beschreiben wer du bist, was du machst, wo du lebst, …

Hallo, ich bin Sathya, Illustratorin aus dem Süden Deutschlands. Aber vielleicht beginnen wir einfach da, wo alles anfing…

Ich bin in einem winzigen Dorf in Bayern geboren und aufgewachsen, dort gab es eine alte Mühle und unsere Wohnung war früher mal ein Stall. Meine Eltern hatten ein gemeinsames Stricklabel für Kinder und Erwachsene und ihr Atelier war im selben Haus, was dazu beitrug, dass ich immer wieder Zeit dort zwischen der Wolle, den Stoffbahnen, Knöpfen und anderen Materialien verbracht habe.

In den wenigen umliegenden Häusern lebten zum Glück noch andere Familien und wir Kinder konnten uns dort sehr frei bewegen – umgeben von Wiesen, Wäldern, unserem Lieblingsbach und vielen Tieren. Diese Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben ist einer der Faktoren, der mein Leben stark beeinflusst hat. Ich erinnere mich an viele laue Sommerabende, an denen wir jede Menge Glühwürmchen beobachtet haben, gemeinsam am Lagerfeuer sitzend in den Himmel geschaut haben um Sternschnuppen zu zählen, Regen-, Wind- und Gewittertanz, Entdeckungsreisen durch die Wälder, klirrende Kälte unten auf dem zugefrorenem Bach….

Ich war schon als Kind ein Mensch, der die Momente und Stimmungen um sich rum aufgesogen hat und daraus sind viele Bilder und Geschichten entstanden. Das ist definitv eine Eigenschaft, die mich schon lang begleitet. Und diese hab ich später dann, nach meinem Studium in München und Dänemark, zu meinem Beruf gemacht. Heute bin ich Illustratorin/ Künstlerin und selbst Mama.

Ich liebe es, genau solche Stimmungen in meinen Bildern festzuhalten – eine Reise, in der die Zeit keine Rolle spielt…zwischen gestern und heute, Himmel und Erde, den Zauber der kleinen Momente…

Mein Mann ist Bergführer und wir leben zusammen mit unseren zwei Söhnen im bayerischen Voralpenland, wo wir auch gern gemeinsam in den Bergen unterwegs sind.  Ich kenne keinen anderen Ort, wo man so viel Zeit zum zuhören und erzählen hat um einfach nur den Moment zu genießen im hier und jetzt.

2. Wer und was haben dich in der Entwicklung deines Stils beeinflusst? Wie würdest du ihn beschreiben?

Ich denke, einer der größten Einflüsse ist jeden Tag aufs Neue die Natur, die uns umgibt. Ich bin immer wieder beeindruckt welch Schätze sich dort verbergen. Für mich ist unsere Erde die größte Künstlerin überhaupt. Und wir haben das Glück an einem wunderschönen Platz zu leben.

Außerdem hatte ich durch die Arbeit meiner Eltern von klein an mit Mode zu tun, später dann selber beruflich… Dieser Einfluss macht sich auch in meinen Bildern bemerkbar… ich liebe es, die Kleider, die dort getragen werden zu kreieren.

Und natürlich all die wunderbaren Bücher, die mich in meinem Leben schon begleitet haben und noch begleiten..von verschiedensten tollen Schriftstellern und Künstlern.

Musik begleitet und beeinflusst mich auch sehr beim arbeiten.

Meinen Stil würde ich als gefühlvoll, tief, ruhig und geerdet beschreiben.

3. Wie hat sich deine Arbeit verändert, seit du Kinder hast?

Das ist eine interessante Frage… denn ich finde, meine Arbeit hat sich seitdem sehr verändert. Ich würde sogar sagen, es ist einer der einflussreichsten Faktoren überhaupt.. als Mama kommt man Stück für Stück immer mehr zu sich selbst, ist geerdeter und mehr im Hier und Jetzt.. so empfinde ich das zumindest. Es ist auf jeden Fall ein großer Schatz und eine Bereicherung für meine Arbeit… Denn all die Gefühle, die ich durch die Beziehung zu meinen Kindern erleben darf, fließen in meine Bilder mit ein.

Dann gibt es noch einen ganz pragmatischen zusätzlichen Punkt – ich arbeite effektiver als davor 🙂

Wenn sich die Zeit ergibt, nutze ich jeden Moment.

4. Hast du eine Routine für deinen (Arbeits-)Alltag? Kannst du sie beschreiben?

Ehrlichgesagt gibt es in dem Punkt keine richtige Routine… dazu sind die Dinge, die anstehen einfach zu verschieden. Der schönste Start ist, wenn wir alle gemeinsam frühstücken können. Oft ist mein Mann dann aber schon in der Arbeit oder auch beruflich längere Zeit unterwegs. Unsere Kinder sind im Waldkindergarten, wobei der jüngere nur zweimal in der Woche in einer kleineren Gruppe ist. Das heißt, ich muss oft sehr spontan schauen, in welchen Zeitfenstern ich zu meiner Arbeit komme. Wenn mein Mann da ist, ist es natürlich am einfachsten und phasenweise gelingt es mir auch gemeinsam mit den Kindern konzentriert zu arbeiten. Den Rest verschiebe ich dann oft auf abends nach dem ins Bett bringen.

5. Gibt es gerade neue Ideen, an denen du arbeitest?

Ja die gibt es.. Ideen gibt es immer viele… nur fehlt mir noch die zusätzliche Zeit, für die Umsetzung.

Für diesen Herbst war eigentlich auch eine Ausstellung in Wien geplant, auf die ich mich schon sehr gefreut hab… Auf Grund der Situation, die sich durch Corona ergeben hat, wissen wir momentan allerdings leider nicht, ob sie wie angedacht statt finden kann…

Aber wenn es dazu Neuigkeiten gibt, werd ich sie Euch auf jeden Fall auf meiner Instagram Seite mitteilen.

Danke für dieses spannende Interview!

Wenn ihr noch mehr sehen wollt, schaut doch auf dem Instagram Profil @sathyaranjana vorbei, oder auch auf der Homepage sathyaranjana.com .